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Zum Beispiel: BUND-Cosmos

Zwei Organisationen – ein gemeinsames Ziel!
Auf etwa 1800 m Höhe in den Anden von Kolumbien, im Departament Quindío, das im Januar 1999 von einem verheerenden Erdbeben heimgesucht worden war, liegt Calarcá, eine Stadt mit ca. 73.000 Einwohnern. Eingebettet in eine reich strukturierte Kulturlandschaft mit Kaffeefeldern, Viehweiden und mit bezaubernden Nebelwäldern. Dort lebt und wirkt Néstor Ocampo, Gründer und Geschäftsführer der kleinen aber sehr aktiven Umweltgruppe „Fundación ecológica Cosmos“, die nun seit 13 Jahren mutig und unbeirrt für eine gerechtere Gesellschaft im Einklang mit der Natur kämpft - und das mit nationaler Ausstrahlung und mit immer mehr Erfolg.


Die beiden "Motoren" der Partnerschaft: Néstor Ocampo & Ilge Wilhelm
Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft...
Ein Mitglied des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz) ‚entdeckte‘ 1989 auf einer Kolumbienreise die Umweltgruppe COSMOS und stellte den Kontakt zu den Heidelberger BUND-Aktiven her. Durch einen regen Informationsaustausch (in Spanisch) stellte sich schnell heraus, dass COSMOS ganz ähnlich wie eine BUND-Gruppe arbeitet: Konzeptionell und inhaltlich, anklagend und Alternativen aufzeigend, durch Öffentlichkeitsarbeit, Aktionen, praktische Naturschutzarbeit, Gespräche mit Verantwortlichen, Bürgerberatung usw. COSMOS setzt sich für einen sanften Tourismus in der Kaffeeregion ein, betreut Jugendliche bei der praktischen Naturschutzarbeit, führt Kampagnen zum Schutz der Vögel durch, schreibt Umweltberichte für Behörden oder organisiert sehr beliebte Wanderungen in der Region. Großes, landesweites Aufsehen erregt der Kampf der Umweltgruppe gegen die unkontrollierte Wucherung der Industriewälder von Cartón de Colombia, eine Tochterfirma des multinationalen Papiergiganten Jefferson Smurfit Group.


Eukalyptus Parkanlage in Medellin, Kolumbien
Diese Partnerschaft ist kein Papiertiger!
Durch äußerst spannende gegenseitige Arbeitsbesuche haben sich BUND und COSMOS inzwischen gründlich kennen- und verstehen gelernt: die jeweils andere Kultur, die unterschiedlichen sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen und die verschiedenen Mentalitäten, Denk- und Arbeitsweisen. Dabei wurden auch viele Kontakte vermittelt und geknüpft, so dass ein „ökologisches Nord-Süd-Netzwerk“ entstanden ist.

Da der steil ansteigende Papierverbrauch in den Industrieländern die wesentliche Ursache für eine fatale „Industrieverwaldung“ in den Tropen ist, wurde Papier zum Hauptthema der Zusammenarbeit. Eine Arbeitsgruppe des BUND führte in Heidelberger Copyshops eine groß angelegte Aktion für Recycling-Papier durch. COSMOS erreichte u.a. durch die Hilfe des entstandenen Netzwerkes, dass die Gemeinden in der Region um Calarcá beginnen, sich gegen die lebensfeindlichen Papierwälder in den Wassereinzugsgebieten zu wehren.
Der Arbeitsbesuch von Néstor Ocampo beim BUND Heidelberg im Frühjahr 2001 diente schließlich der Suche nach Erweiterungsmöglichkeiten der Partnerschaft. Derzeit ist durch die Vermittlung von BUND und COSMOS eine Projekt-Partnerschaft der Stadt Heidelberg mit der regionalen Umweltbehörde des Departaments Quindío zum Thema Klimaschutz im Aufbau. Der reiche Erfahrungsschatz beider Umwelt-Gruppen soll dabei viele anfängliche Missverständnisse und Fehlschläge in der behördlichen Zusammenarbeit vermeiden helfen.


Artenreicher, natürlicher Nebelwald bei Calarcá, Kolumbien
Solidarität heisst auch: Mut zusprechen
Der Informations- und Erfahrungsaustausch über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der ökologischen Problemlagen steht im Mittelpunkt der Partnerschaft. Doch geht sie weit darüber hinaus, denn ein Brief aus Deutschland kann beispielsweise bei Behörden in Kolumbien Wunder bewirken (so konnte tatsächlich eine Straße durch einen Nationalpark verhindert werden). Darüber hinaus bedeutet die solidarische Unterstützung für COSMOS, dass die Umweltaktiven selbst, angesichts der derzeit äußerst schwierigen politischen, sozialen und wirtschaftlichen Lage in Kolumbien, nicht den Mut verlieren, sich für eine bessere Umwelt und bessere Lebensbedingungen zu engagieren.

Die Partnerschaft wird ehrenamtlich im wesentlichen von COSMOS-Geschäftsführer Néstor Ocampo und BUND-Umweltberaterin Ilge Wilhelm getragen. Die Kosten der Partnerschaft (Informationsaustausch, Arbeitsbesuche) und die finanziellen Hilfen für COSMOS-Projekte wurden bisher durch wenige, jedoch größere Spenden von Privatpersonen finanziert.

BUND für Umwelt und Naturschutz
Kreisgruppe Heidelberg

Frau Ilge Wilhelm
Hauptstraße 42
69117 Heidelberg
Tel. 06221/25817
Fax 06221/164841
bund.heidelberg@bund.net
www.bund.net/heidelberg