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Fairer Lebensstil

Der Faire Handel ist ein seit Jahrzehnten expandierender Bereich auf dem Konsum-und Gebrauchsgütermarkt, der sowohl neue Produkte auf den Markt gebracht als auch neue Käuferschichten geworben hat. Das Ziel ist, Fairen Handel und Lokale Agenda zu verknüpfen um für fair gehandelte Produkte eine bessere Verbreitung zu erzielen und hierbei besonders die Kommune als Vorbild bzw. als Akteur zu gewinnen.
Eigene Agenda-Kaffees mit Lokalbezug, wie zum Beispiel der hier dargestellte Café Friederico aus Friedrichshafen, aber auch Café Freinica aus Freiburg oder der Café Libertad aus Waiblingen haben bewirkt, dass mit Unterstützung von Lokaler Agenda und kommunaler Verwaltung der Absatz fair gehandelten Kaffees ganz deutlich gestiegen ist. Die Lokale Agenda im Ostalbkreis hat zusammen mit den Weltläden auf Landkreisebene einen Landkreis-Kaffee mit großem Erfolg auf den Markt gebracht, „OK – der Ostalbkaffee“. Auch in kleinen Gemeinden werden faire Produkte gefördert: Die Lokale Agenda Börtlingen hat fairen Kaffee im Dorfladen etabliert, die Lokale Agenda in Pleidelsheim hat faire Produkte auf dem Weihnachtsmarkt verkauft. In Adelberg wurde durch entsprechende Abonnements ein fester Absatzmarkt für faire Bananen geschaffen. In Stuttgart fanden ganze Kampagnen für fair gehandelte Schokolade und Bananen statt. Kommunen wie Rottenburg, Ehingen oder Rheinstetten haben sich im Rahmen der Lokalen Agenda an der bundesweiten Fairen Woche im September 2001 beteiligt. Einige Agenda-Initiativen, wie in Kirchheim, Stuttgart-Degerloch oder Rottenburg weisen in speziell erstellten Einkaufsführern auf die Möglichkeit hin, wo es welche fairen Produkte zu erwerben gibt.


Der internationale Markt für agrarische Rohstoffe
Agrarische Rohstoffe wie Kaffee, Tee, Kakao, Baumwolle, Bananen, Tabak usw. machen an den gesamten Exporterlösen der Entwicklungsländer zwar nur 20% aus, einige Länder sind jedoch extrem stark vom Export agrarischer Rohstoffe abhängig. Zum Beispiel ist Burundi mit 98%, Nicaragua mit 79%, Ecuador mit 68% und Kenia mit 59% vom Export der heimischen agrarischen Rohstoffe abhängig und damit von deren Preisentwicklung auf dem Weltmarkt. Dort sind die Preise für agrarische Rohstoffe in den letzten beiden Jahzehnten um die Hälfte gesunken.

Doch nicht alleine dies stellt ein großes Problem für die Erzeugerländer dar: auch hat sich das Angebot an agrarischen Rohstoffen erhöht, ohne dass die Nachfrage in den Industrie- und Schwellenländern entsprechend nachgezogen hätte. Hinzu kommt, dass den Entwicklungsländern jährlich 40 Mrd. US-Dollar an Einnahmen aus dem Export verloren gehen, weil die Industrieländer ihre Agrarmärkte mit unüberwindbaren Handelshemnissen abschotten und darüber hinaus die eigene Produktion mit hohen Agrar-Subventionen unterstützen.
Damit sie nicht in der Rohstoff-Falle stecken bleiben, müssten die betroffenen Entwicklungsländer nun versuchen, ihre Palette an Exportprodukten auszuweiten (Diversifizierung) und die vorhandenen Rohstoffe möglichst schon im Land weiter zu verarbeiten (Veredelung).