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Zum Beispiel: Ravensburg
Philippinische Mangos helfen Streuobstwiesen zu schützen
In der Region Bodensee-Oberschwaben, rund um Ravensburg, wird seit 1987 Apfelsaft aus heimischen Streuobstwiesen hergestellt und getrunken, ein erfolgreiches Projekt der örtlichen Naturschutzverbände und Keltereien. Die Äpfel werden aus dem Streuobstanbau für einen saisonunabhängigen, hohen Festpreis von den Keltereien eingekauft und die Bauern verpflichten sich vertraglich, ihre Hochstämme nicht zu spritzen und überalterte Bäume zu ersetzen. Inzwischen werden jährlich 800.000 Liter dieses naturnahen Apfelsaftes vermarktet. Nun hat das Projekt einen Ableger bekommen, einen leckeren Apfel-Mango-Saft, der Geschmack besitzt und viele Aspekte der Agenda 21 zum Ausdruck bringt.
(K)eine explosive Mischung: 80:20
Die Importorganisation dwp (dritte-welt partner) in Ravensburg importiert seit vielen Jahren von weltweit rund 50 ProduzentInnen faire Lebensmittel und Handwerksprodukte. Im Herbst 2001 entwickelten die innovativen Importeure die Idee, fair gehandelte Mangos auch als Getränk zu verkaufen. Gemeinsam mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Ravensburg und der Streuobstkelterei Schlenkerhof in Ravensburg-Alberskirch, wurde die Idee in die Tat umgesetzt: die 163 LandwirtInnen des BUND, die sich zum naturnahen Erhalt ihrer Obstbäume verpflichtet haben, bringen ihre Äpfel ein, dwp Ravensburg importiert das Mangopüree von philippinischen KleinbäuerInnen und beides im Verhältnis 80:20 vermischt ergibt den leckeren Saft. Für ca. 1,50 bis 1,80 EUR ist der Saft nun bei 27 Verkaufsstellen, in Weltläden, Getränkehandlungen und Schreibwarenläden der Region zu beziehen.
Small is beautiful
Der Apfel-Mango-Saft trägt in der Region Bodensee-Oberschwaben zum Erhalt einer ökologisch sinnvollen Kulturlandschaft bei und fördert gleichzeitig eine kleinbäuerliche, natürliche Bewirtschaftung alter Baumbestände auf den Philippinen. Die Vorteile sind vielseitig: Regionale Streuobstwiesen und philippinische Mangobäume bringen ein aromatisches, gesundes Obst hervor. Beide traditionellen Baumarten sichern zudem den Fortbestand einer jeweils ganz charakteristischen Tier- und Pflanzenwelt. Durch faire Preise für garantiert ungespritzte Äpfel und Mangofrüchte wird die traditionelle, arbeitsintensive Anbauform für hiesige und philippinische Kleinbauern wieder rentabel. Die Herstellung des Mangopürees ermöglicht zusätzliche Einnahmen, da hierzu auch kleine Früchte, für die es sonst keine Absatzmöglichkeiten gäbe, verarbeitet werden können. Die KleinbäuerInnen auf den Philippinen erhalten zusätzliche Beratung in naturnahen Anbaumethoden durch die dortige Partnerorganisation Preda. Auch bei der Verarbeitung werden ökologische Aspekte berücksichtigt, die Früchte lediglich gequetscht und nur zur Haltbarmachung erhitzt (Direktsaft, kein rückverdünntes Konzentrat). Gleichsam verzichtet die Kelterei in Oberschwaben auf Konzentrat, Zuckerzusatz und Konservierungsstoffe.
Unternehmerischer Mut war nötig
Das Saftprojekt wurde in nur drei Monaten ohne Zuschüsse in eigener Verantwortung realisiert, die Verantwortlichen konnten allerdings auf die positiven Erfahrungen des bewährten Apfelsaftprojekts zurückgreifen. Für den Vertrieb des Saftes werden bestehende Strukturen genutzt. Als Werbemaßnahme wurden im Dezember 2001 Probeflaschen als Weihnachtspräsente an Kunden, GeschäftspartnerInnen und GetränkehändlerInnen verschenkt. Auch ohne aufwändige Marketingkampagne wird der Apfel-Mango-Saft nach nur wenigen Wochen in Teilen der Geschäftswelt und bei den VerbraucherInnen akzeptiert und geschätzt.
Da der Vertrieb des Saftes aus ökologischen Gründen in erster Linie regional begrenzt werden soll, bietet dwp interessierten Agendagruppen und Kommunen sowohl das notwendige, fair gehandelte Mangopüree als auch das Gesamtkonzept zur Umsetzung eigener, lokaler Apfel-Mango-Saftprojekte an. Als Agenda-Produkt zeigt Apfel-Mango-Saft exemplarisch die enge Verbindung von ökologischen und sozialen Aspekten und verdeutlicht, dass KleinbäuerInnen im Süden und Norden vor ähnlichen Problemen stehen.
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dritte-welt partner Ravensburg
Martin Lang
Hinzistobler Str. 10
88212 Ravensburg
Tel. 0751/36155-0
Fax 0751/36155-33
info@dwp-rv.de
www.dwp-rv.de
Bund für Umwelt und Naturschutz
(BUND) Ravensburg
Ulfried Miller
Tel. 0751/21451 |
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